Zeitarbeit- Auch mit sozialen Konzepten

Klassische Methodik der Leiharbeit in Konkurrenz zum neuen Konzept; der Verbindung von Weiterbildung, Zeitarbeit, Existenzgründung und Direktvermittlung.

Herkömmliche Zeitarbeit kennt fast jeder. Ob aus eigener Erfahrung oder durch Freunde und Bekannte. Dabei gibt es ein neues Konzept, welches die eingefahrenen Wege verlässt und auf jeden Einzelnen individuell abgestimmt ist.

Grundsätzlich hört sich Zeitarbeit oder Arbeitnehmerüberlassung, wie es im Fachjargon richtig heißt ganz einfach an: Ein Betrieb wendet sich an eine Zeitarbeitsfirma, weil z.B. kurzfristig Leute gebraucht werden.

Nun fragt man sich, warum soll ein Betrieb so etwas machen? Wäre es nicht viel einfacher Arbeitnehmer direkt eizustellen?

Für den Arbeitgeber bietet die Zeitarbeit ein hohes Maß an Flexibilität. Er kann durch sie Auftragsspitzen abfedern, kurzfristige Personalengpässe überbrücken und sich zusätzliches Know-how in seinen Betrieb holen. Nicht zuletzt bietet ihm die Zeitarbeit die Möglichkeit, den Arbeitnehmer risikolos zu erproben. Durch die qualifizierte Vorauswahl an Mitarbeitern kann der Arbeitgeber auf kostenintensive Einstellungsverfahren verzichten. Das unternehmerische Risiko, wie die Kosten für die Krankenversicherung, Sozialabgaben, Urlaub und krankheitsbedingte Ausfälle trägt die Zeitarbeitsfirma.

Aber wieso geht ein Arbeitnehmer diesen Weg?

Der Arbeitnehmer kann die Kontakte der Zeitarbeitsfirma nutzen. So erweitert er seine Möglichkeiten einen Arbeitsplatz zu bekommen. Durch die Zeitarbeit hat er die Möglichkeit (wieder) in der Berufswelt Fuß zu fassen. Das dies nicht nur Theorie ist, soll hier an einem realen Beispiel verdeutlicht werden:

Herr Krause kommt aus Kasachstan. Er ist Mitarbeiter der Job- und Gründer Werkstatt Aschke GmbH&Co.KG in Witten. Kurz vor Weihnachten nimmt er an einer Schulung zum LKW- Fahrer teil. Ein Kunde der Zeitarbeitsfirma sucht nur für vier Wochen einen Aushilfsfahrer. Inzwischen arbeitet Herr Krause seit über 18 Monaten in dem Unternehmen.

Unterschiede der Zeitarbeitsfirmen

Einerseits gibt es die großen, teilweise international agierenden Firmen, deren Vorteil es sicherlich ist, auf einen großen Pool an Bewerbern und Betrieben zugreifen zu können. Auf der anderen Seite gibt es eine Vielzahl kleinerer Zeitarbeitsfirmen, die für sich den Vorteil verbuchen können, sich in ihrer Region bestens auszukennen und häufig einen viel persönlicheren Umgang mit ihren Mitarbeitern pflegen.

Auch sind sie, aufgrund ihrer Größe häufig in der Lage flexibler zu reagieren.

Verbindung von Fortbildung, Zeitarbeit, Existenzgründung und Direktvermittlung

Die neue Methode besteht in einer Verbindung von Weiterbildung, Zeitarbeit, Direktvermittlung und Existenzgründung.

Der Vorteil dieser Methode ist, dass für jeden Bewerber individuell geprüft wird ob, unter Berücksichtigung seiner Fähigkeiten und der aktuellen persönlichen Situation, Zeitarbeit, Direktvermittlung oder vielleicht eine Existenzgründung für seine Lebensplanung am sinnvollsten ist. Fall notwendig findet zuerst eine Weiterbildung statt.

Hierbei wird Leiharbeit grundsätzlich als Sprungbrett zur Festanstellung verstanden.

Irrtümer und Problematik

Vielfach entsteht der Eindruck, Leiharbeiter seien völlig rechtlos und der Willkür der Leiharbeitsfirmen ausgesetzt. Dem ist allerdings nicht so. Leiharbeiter sind bei ihrer Zeitarbeitsfirma über einen Arbeitsvertrag angestellt. Auch sie unterliegen dem Arbeitsrecht.

Nicht zu verschweigen ist aber auch die Tatsache, dass Zeitarbeit durch zahlreiche schwarze Schafe in Verruf geraten ist.

Deshalb sollte jeder Arbeitnehmer darauf achten, was für einen Arbeitsvertrag er unterschreibt.

Immer noch versuchen einige unseriöse Firmen ihre Mitarbeiter durch unerlaubte Vertragsklauseln langfristig an sich zu binden und verhindern so eine Übernahme in eine Festanstellung. Auf der sicheren Seite ist der Arbeitnehmer, wenn der Verleihbetrieb die Zulassung des Interessenverbands Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (IGZ) besitzt. Die IGZ hat ihren Tarifvertrag mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) ausgehandelt. Ihre Mitgliedsunternehmen sind verpflichtet den Mindestlohn zu zahlen. Eine Verpflichtung, die bereits vor der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns Bestand hatte.

Somit hat jeder Arbeitnehmer die Möglichkeit aus unterschiedlichen Konzepten zu wählen und dabei eine seriös arbeitende Zeitarbeitsfirma zu finden.